gedichte


 

 

   

 

 

 

Wolfgang Borhert         

 

Wie  auch ich so oft: "Draußen vor der Tür"

 

 

 

Zur Einstimmung will ich hier ein Werk meines sehr geliebten großen 

Rainer Maria Rilke  an den Beginn stellen:

 

 

 

 

 

 

 

Jardin du Luxembourg     
Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind am Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein boser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

 

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur daß er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.
Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand,
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.
Und dann und wann ein weißer Elefant.

 

Und das geht hin und eilt sich, daß es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel,
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil -.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel ...

 

 

 

                                           

Jetzt ich......................                                    

 

Ja

Dies Welt braucht

das Oberflächliche

tiefgrünfige

harte

weiche

Liebe

das Böse

die Dummheit

Inteligenz

Vor allem aber braucht die Welt auch in der Verzweifeleung die Fähigkeit zu einen Wort

Ja

   1988

 

Wüste

Sand liegt gleichgültig unter meinen Füßen

Ich schreie raus

ich schreie

Wüste

ungehört von einem Ohr

doch:

Milliarden von Sandkörnern

in meinen Kleidern

Schuhen

Harren

in meinem Gesicht

in meinem Mund

Milliarden von Schmerzen

Milliarden von gedachten Worten

ich schreie hinaus

einer hat verstanden

das Sandkorn

Wüste

1981

 

 Mosaik

 

Christ sein

Moslem sein

Jude sein

Hindu sein

Buddhist sein

ist  Mosaik 

ist Musik

Wie oft trägst Du den Klang in dir?

Wie oft bist Du ihm so ähnlich?

Auch Stumm bleibt er und alles um dich

fühl'st Dich um Lichtjahre von deinem Gott entfernt

Begreife das

Greife ihn

in deiner Seele

mach offen

und gib ihm Raum

so wirst Du der Raum

so wirst du der Kosmos

erfüllt in der Erfüllung                                  

in Deiner Erfüllung                              

 

 

 

Clown

Wenn der Clown nicht mehr lacht

 geht die Welt unter

Wenn der Clown keine Späße mehr macht

ist die Welt schwarz-weiss

Du mußt spielen, Clown

Du mußt lachen, Clown

Du mußt Späße machen, Clown

Du mußt die Kinder

die Eltern

die Alten

die Hip-Hop Generation zum lachen bringen, Clown 

 die Hip-Hop Generation zum weinen bringen, Clown

schau auf ihre Gesichter, clown

voller Freude,

voller Mitleid,

die dein Leid

der ewige verlieren, mit Späßen  besiegen

wegen Deiner Knollennase

vieleicht bist Du der "dumme Agust"

oder der würdevolle Weissclown

deine viele zu großen Latschen

dein spitzer Hut

deiner viel zu kurzen Hose

deinen glitzernden Gewand

Was ist mit Dir Clow?

sieht du sie nicht mehr

die Kinder

die Eltern

die Alten

die Hip-Hop Generation

Clown?

Dann geht ein Stück der Illusion

ein Stück des Reiches der Phantasie

ein Stück der unendlichen Geschichte

der göttlichen Phantasie 

dann geht die Welt

alle Sanftmut

alles Gute  

dann geht die Welt unter  

Clown

 

Manchmal..........

leiste ich mir eine kleine Melancholie

alter Narr

junger, alter Narr

die Figuren um Dich aus Gibs

alter Narr

sind zerbrochen

sind zerbrochen hinter ihren Masken

junger, alter Narr,

sind  zerbrochen

ihre Leben die Du für Wahr gehalten hast

junger, alter Narr

in Schutt uns Asche  liegen sie vor Deinen Füßen

junger, alter Narr

Doch beginne

erschaff sie neu

aus Worten

Worte sind wie die Fragen

ob der Flügelschlag eines Schnetterlings einen Orkan auslösen kann

Du kannst sie erschaffen

ehrlich erschaffen

unzerbrechlich erschaffen

junger, alter Narr

lass Dich nicht mehr zum Narren machen

Gib der neuen Kraft in Dir eine Chance

gib der neuen Kraft in deinen Worten Raum

Raum der expandiert

Raum der wieder heilen kann

der wieder lieben kann

in jenem Orkan der Hoffnung

der Poesie

der Schönheit

der Wahrheit 

            der mit nur einem Flügelschlag

um die Erde reiten kann

junger, alter Narr

2008

 

Banales....

Das Bier ist wie wir

wie wir ist das Bier

und wenn wir nichts zu saufen haben

sind wir schlichtweg nicht zu ertragen 

Wer?

Wie, Wer?

Klar!

Du wirst die Antwort ahnen

Wir: die Kinder der Germanen

2008

 

Schwuler Mädchentraum

im Schlaf

Komm noch einmal zurück

komm und gib dich zu erkennen,

denn ich ahne und fühle

wer du bist.

Dein schönes

trauriges Gesicht,

Melancholie in deinen Augen

reif

von anziehender Wärme

im Gefühl

dem Homo

glaube nicht das es

Mitleid war.

Leid

ich fühlte Leid

Ja, ohne Dich zu kennen

Traum, nur ein Traum?

Blüten streutes Du über meinen Körper

Es sei der Dank

der Dank

Bittend

Flehend

Flehen um Hilfe?

selten so geträumter Traum

Mädchen, Frau, Phantom

Laß noch einmal dich erspüren

Mädchen

mich den alternden Gay

1988 und  20 Jahre später

Modernes Gedicht

alter Baum

im Wind

seine Äste wanken

und

die Blätter fliegen

wiegen

sich im Wind

darauf

Kinder spielen

klettern in

den Ästen

fliegen mit

            dem Wind                     2008         

                                           

Die Verkündigung

 

Der Erzengel des Herren      

Und Gabriel,

stieg hinab in die Welt

aus dem Raum

der gleich ist mit der Zeit


Stieg hinab

in das Haus wo Maria weilte,

die junge Frau des Tischlers Josef

stieg hinab

zu ihrer Seel

 

Gegrüßet, seist Du

Maria,

du bist voll der Gnade

der Herr ist mit Dir

 

Und die junge Frau erschrak

auf das was ihr da geschah

stumm, mit bebendem Herz

vernahm sie das Wort


 

Du bist Gebenedeit unter den Frauen

und Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes

Einen Sohn wirst Du gebären

ihn sollst du Jesus nennen


 

Ich bin die Magd des Herrn

mir geschehe,

weh mir arme Magd,

weh mir nicht sehen

nicht hören

nicht fühlen,

wie Du es mir verkündest

sein Wille geschehe

 

Darauf der Engel Maria segnete

und Maria zweifelte nicht,

was ihr zu dieser Stund begegnete

verstand sie wohl

und nahm die Pflicht.        2008

   

 

                                        
 

Ming Frinks-Vedel

isch kann misch koum noch draan erinnere

Ming Kölle

ming Lindental

ming Nippes

dat Huus mit demm Jade 

von miger Oma un mingem Oppa

in mingem Bickendorf

mingem Oppa

de BAB, wie se all zu ihm jesaat han

ming Oma, die Mam

wie se all zu ihr jesaat han

Do wor isch fünef oder sechs

mit de Stossebahn sin mer in de Stadt jefahre

in de Täsch hat die Mam belaate Brütsche

de BAB e Bier un ene Kooze

die Mam e Tass Kaffe

isch en Limo

ungerm Disch in dä Kaschäm

hät se dann die Brütsche usjepak

Esse zu bestelle wor vil zu dürr

so wor dat

e stöck Kindheit als klene Panz

in mingem aale Kölle am Ring

in Bickendorf

in Lindetal,

in Nippes

 jo un och im Frings-Vedel 

                                           2008                                                    

Herbstmorgen

Sechs Uhr Früh

der Mond im Westen

rund

noch klar

noh hell

der rot brennende Himmel

Feuer über der Erde

steigt auf im Osten

 

 

 

 

 

Blätter

überall bunte Bälter

die die Erde bedecken

die alte Kastanie wiegend im Wind

durch gewühlt vom Wind 

und Regen

der brennende Himmel 

darüber aufzieht

die fallenden Blätter

in ihrem Flug noch bunter sind

 

Er steht auf dem Balkon

raucht eine Zigarette

der klare Mond im Westen

nun weichet

der Sonne brennden Himmel

Und er,

steh da

rauch eine zweite Zigarette

und denkt

und fühlt

die wunderbare Schönheit jenes

jenes Augenblicks der Schöpfung

1988

                    

 

Liebe

Warten auf ihn

auf Godot

auf die Hoffnug

warten auf die Seele

die unbekannte

Warten auf den Idealen

den Perfekten

Ilussionen

1988

 copyright:Walter Curkovic-Paul 2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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