Agaplesion


Agaplesion = Nächstenliebe

Auf dieser Seite ensteht eine Dokumentation über die unchristlichen Machenschaften des evangelischen Pflegekonzerns : 

      

 

Selbstdefinition:                                                                                                        Die Agaplesion gemeinnützige Aktiengesellschaft bildet gemeinsam mit beteiligten Unternehmen einen Verbund von Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen.

Der Begriff Agaplesion kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Liebe deinen Nächsten". Agaplesion ist ein Kunstwort, das das Gebot Jesu nach seinem griechischen Wortlaut im Matthäusevangelium, Kapitel 5, Vers 43, nachbildet: agapéseis tón plesíon = liebe den Nächsten.

Agaplesion wurde am 26. Juni 2002 gegründet. Sie bildet gemeinsam mit beteiligten diakonischen Unternehmen einen Verbund von Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen.
 
Hier die Wahrheit:
 
 
 

Walter Curkovic-Paul, geb.Paul

  • examinierter Altenpfleger, Leiter des Altenplegeheimes der Heilndsgemeinde in Frankfur-Bornheim,
  • Gründer des Projektes "AltenpleGayheim" ( Pflegehausgemeinschaften für Lesben, Schwule, Tansgender und alle anderen die keine Vorurteile gegen uns haben),
  • 1. Leiter des Oberin-Martha-Kellerhauses
  • Mitglied im Frankfurter Forum für Altenpflege, Mitglied der Gruppe: "Die Würde des Alters ist antastbar",
  • Gründer der Bürgerinitiative für das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde in Frankurt Bornheim, Autor
  • Gründer von LWP ambulanter Pflegedienst

Der heutige Name: Oberin -Martha-Keller-Haus war seiner Zeit meine Idee. Ich saß mit Bernd Weber zusammen und wir übelegten uns, wie denn das zunächst als Übegangsheim gedachte Haus heissen solle. Das Alten- und Pflegeheim der Heilandsgemeinde sollte nur vorübergehend in das damalige Mutterhaus der Methodisten-Diakonissen sein Übergangsdomitil finden. Es in Sachsenhausen weiterhin Alten- und Pflegeheim der Heilandsgemeinde weiterhin heissen zu lassen erschien uns abwegig. So schlug ich Weber vor, die jetzige Oberin zu fragen, wie der Name der ersten Oberin auf dem Frankfurter Mühlberg denn war. Sie hieß Martha Keller. Und so nannten wir das neue Alten-und Pflegeheim und das gesamte Haus.

 

 

„Markus Diakonie gGmbH“ , Frankurter Diakonie-Kliniken gGmbH, Agaplesion gAG und ihre privatiesierten Billiglohnfirmen, CSB GmbH, Service und Wohnen GmbH u.a.

 

 

Die Geschichte vom Hütchenspiel des Bernd Weber mit dem Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde 

                                                                                                                            

Satire

Von Walter Curkovic-Paul

Jeder hat es schon irgendwo einmal gesehen oder gar gespielt: Drei Nussschalen werden hin und her geschoben, unter einer ist die Kugel versteckt. Glaubt ein Gast zu wissen, wo die Kugel ist, wettet er. Ruckzuck wechseln bei dieser Zockerei den Einsatz den Besitzer - mal in die eine, mal in die andere Richtung. „Doppelt oder nichts“ heißt die Grundregel beim Hütchenspiel. Doch Nasenbär "Diego" aus dem Zoo in Hannover ist ein ganz Ausgekochter: Stets gewinnt er beim "Hütchenspiel". Wie der drollige kleine Kerl das macht? Mit seiner feinen Nase erschnuppert "Diego" rasch, unter welcher der drei Kokosnussschalen eine Weintraube versteckt liegt. Geschickt schubst er sie mit dem Pfötchen um und futtert das beliebte Fundstück. Wie viele andere kann wohl auch "Diego" nicht genug von dem Spiel bekommen.

Wer jetzt glaubt eine lustige kleine Kindergeschichte zu lesen der wird nicht schlecht staunen. So geht es doch in dem Realstück hier um den Krankenhauskonzernboß der Frankfurter Diakonie-Kliniken, Bernd Weber (nennen wir ihn: der flinke Bernd) in der Rolle des Hütchenspielers und dem ehemaligen Leiter des Alten- und Pflegeheimes der Heilandsgemeinde in der Rolle des Diego.

Auch nicht schlecht staunt das Publikum drum herum und mancher wie der versammelte Kirchenvorstand der Bornheimer Dorfgemeinde, die Zuschauer aus dem evangelischen Regionalverband und dem Diakonischen Werk wie die kleinen Nussschalen zwischen den Fingern des flinken Bernd umeinander hüpfen. Jetzt erst fällt es der Esther vom Regionalverband auf, die sich ganz dicht vorgedrängt hat, denn die Nussschalen die der flinke Bernd vor ihren Augen tanzen lässt tragen ja innen drin Namen.

Ja und da muß sie doch die andere Brille aufsetzen um genauer hinzusehen. Auch die kleine Kugel heißt irgendwie. „Laß mal gut sein Esther“, sagt der flinke Bernd und nimmt die kleine helle Kugel so zwischen Daumen und Zeigefinger. „Seht alle her“ ruft er ins Publikum und streckt das Kügelchen zwischen zwei Fingern der Esther fast ins linke Nasenloch. „Das hier ist das Altenheim der Heilandsgemeinde“, schreit er laut und vernehmlich, selbst für die in der letzten Reihe stehenden Mitglieder des Ortsbeirates. Und wie freuen sich die Zuschauer aus dem Kirchenvorstand. „Alle schauen jetzt auf unser Altenheim“, sagt einer von ihnen (wohl der Vorsitzende) mit stolz geschwellter Brust. Und erst die drei Nussschalen. Die erste heißt: Frankfurter Diakonie-Kliniken, die zweite heißt Oberin- Martha-Keller-Haus. Die dritte heißt: Markus Frankfurter Diakonie gGmbH. < Markus Frankfurter Diakonie gGmbH?? Hmm!!


Da trottet seitlich von links der kleine Nasenbär Diego heran. Er und der flinke Bernd waren einst ein Gespann. Der flinke Bernd hatte Diego und sein Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde eingefangen. Er wollte ihn dressieren und ihn auf seinem Rummelplatz der Agaplesion heißt, Kunststückchen vorführen lassen um viel Geld zu verdienen und Marktführer zu werden. Diego hatte den flinken Bernd schnell durchschaut. Der wollte ihn doch nur ausnutzen. Diego sollte Tag und Nacht schuften und das fast nur für einen Appel und ein Ei. So machte sich Diego aus dem Staub und erzählte es überall herum, was der flinke Bernd so vorhatte. Doch Diego kannte den flinken Bernd zu gut. Aus der Entfernung hatte er eben seine Fährte aufgenommen und er konnte nicht widerstehen sich mal anzuschauen, mit welchem Trick der flinke Bernd das Publikum jetzt schon wieder übers Ohr hauen wollte.

Es war gar nicht so einfach für Diego sich nach vorn an Bernds Tisch zu drängeln. „Ich stand zuerst hier“, blaffte ihn der Grüne Ortsbeirat Martin und auch an der hohen Geistlichkeit kommt man nicht so schnell vorbei. Die lassen sich eben auch nicht so leicht von so einem kleinen Nasenbär die Sicht verdrängen.

Der flinke Bernd hatte Diego immer einwenig unterschätzt. Immer dachte er, „ich bin doch der Boss, ich bin doch der clevere!!“ Und manchmal war er auch ein bisschen Eifersüchtig, wenn der Applaus des Publikums Diego und nicht ihm galt. Eines aber hatte der flinke Bernd nie kapiert. Diegos Geruchssinn!! Diego konnte auf Meilen im Voraus das kleine Kügelchen Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde riechen und wusste immer wo es war. Stallgeruch, immer der Nase lang, dachte Diego.

Nun begann der flinke Bernd, sichtlich irritiert durch Diegos Anwesenheit in der vordersten Linie des Publikums, mit seinem Hütchenspiel. Esther stieß ihren Ellenbogen in Diegos Rippen und ihn bei Seite und schrie: „Ich will raten, ich will raten!“ Der flinke Bernd legte das Altenpflegeheim der Heilandsgemeindekügelchen unter das erste Hütchen, wirbelte alle drei Hütchen fast Knochenbrecherisch durcheinander und Esther tippte auf das mittlere Hütchen. Der flinke Bernd drehte es um, es war das Frankfurter Diakonie-Klinikenhütchen und es war leer. Wo aber war das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen, unter welchem der beiden anderen Hütchen mochte es wohl stecken. Alle schüttelten verwundert den Kopf. Eigentlich war Diego ja nicht so der Typ, der sich so in den Vordergrund schiebt, wie manche andere von der hohen Geistlichkeit zum Beispiel oder auch der eine oder die andere aus dem Ortsbeirat. Aber jetzt wollte er den flinken Bernd doch vor allen entblößen. Diego wusste wo das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen war. Deutlich konnte er es riechen.

Laßt mich jetzt mal, ich zeige Euch wo der flinke Bernd das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen versteckt hat und was er vor hat. „Das kommt überhaupt nicht in Frage“, schrie Hedi die Ortsvorsteherin aus der letzten Reihe, “Wir waren zuerst da. Mach Dich aus dem Staub, Du störst nur unser Spiel und unser Vergnügen.“ „Du willschst doch bloß de flinke Bernd ins schlechte Licht rücke“, schrie das Hilde von der CDU das aus dem Römer herbei geeilt war. Insgeheim bewunderte das Hilde den flinken Bernd. Doch der mochte die SPD lieber und so blieb ihre Liebe unerfüllt. Doch mitspielen durfte es. Komm nach vorn, sagte der flinke Bernd zu dem Hilde und wieder verspürte Diego einen herzhaften Rippenstoß.

Neues Spiel, neues Glück“, schrie der flinke Bernd und wieder sprangen die Hütchen wie vom Blitz gelöst durch seine mächtigen Finger. „Also Hilde, wo ist das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen denn jetzt“, forderte er das Hilde mit einem beinahe hämischen Grinsen in seinem Dreitagebartgesicht auf. Das Hilde zögerte einwenig, wie es so seine Art war. Dann aber tippte es beherzt auf das rechte Hütchen. Langsam, fast zeitlupenartig hob er das Frankfurter Diakonie-Kliniken Hütchen hoch und es war wieder leer. „Ach du leever Gott, das han ich mir jo fast gedenk“ sagte das Hilde in die runde der Zuschauer.

Wo ist nur das Altenheim? Wo ist es nur geblieben? Raunte es durch die Menge. Wo kann es nur sein? „Ja ist doch logisch ihr Leut!“, rief Diego in die Menge. „lasst ihn jetzt ran, lasst den Nasenbär das Altenpflegeheim finde“, riefen die CDU Ortsbeiräte und der einzige von der PDS. Sie ließen Diego wieder vor bis an den Spieltisch des flinken Bernd. Hallo Diego, sagte der flinke Bernd, hallo flinker Bernd, sagte Diego. Beide schauten sich stechenden Blickes in die Augen und das Hütchenspiel begann. „Alles oder nichts“ schrie der flinke Bernd, während Diego trotz der flinken Finger der Geruchsfährte des Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen folgte, in einer Sekunde einweinig nachdenklich stutzte und diese aber sogleich wieder aufnahm.

Stop! Die Finger standen still. Eisiges Schweigen. Mann konnte eine Nadel zu Boden fallen hören. „Nuuuun“, schnallste der flinke Bernd. Wie aus der Kanone geschossen schrie Diego: „Da drin!“ und zeigte mit der Pfote auf die Hosentasche des flinken Bernd. Der flinke Bernd wechselte die Farbe und wurde Kreidebleich. Von einem Moment auf den anderen. „Heb alle Hüttchen hoch, sagte der Nasenbär zum flinken Bernd. „Heb hoch!“ Doch der zögerte. In der Menge dahinter wurde es langsam unruhiger. Hoch du Betrüger, zeig was Du mit dem Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen vorhast. Da zitterten plötzlich die Hände vom flinken Bernd. Vor Wut schnaubend über den vermeintlichen Betrug, faste Esther sich ein Herz und griff auf den Tisch, nahm die drei Hütchen, drehte sie alle um und tatsächlich,- unter keinem lag das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen.

In einer Sekunde als das Publikums unaufmerksam war, hatte der flinke Bernd die Situation ausgenutzt und sich das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen in die eigene Tasche gesteckt. Da war es von Anfang an geblieben und weil der starke Bernd und diese ganze Geschichte noch nicht gestorben sind, ist es da immer noch bis heute.

So ist auch das neueste Hütchen des Bernd Weber: Markus Frankfurter Diakonie gGmbH, in das das ehemalige Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde im Juli 2004 überführt werden soll, leer unter der Schale. Wollt Ihr wissen wo denn jetzt das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde Kügelchen wirklich ist, dann müsst ihr nur dem flinken Bernd in die Hosentaschen greifen.


Hintergrund: Am 01. Januar 2000 übernahmen die Frankfurter Diakonie-Kliniken das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde. Ende November 2001 zog das Altenpflegeheim um in das Oberin-Martha-Keller-Haus nach Sachsenhausen. Dies war zunächst als Übergangsdomizil geplant, bis das neue Altenzentrum in Bornheim fertig gestellt sein sollte. Nach dem Ausscheiden des ehemaligen Heimleiters, wurde das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde vollkommen zerschlagen und in Altenpflegeheim der Frankfurter Diakonie-Kliniken umbenannt. Dort findet eine Spar-und Verwahrpflege statt, nach dem Motto: Hauptsache die Betten sind voll und die Kasse kann klingeln. Der Geschäftsführer der Frankfurter Diakonie-Kliniken, Bernd Weber, der auch gleichzeitig Geschäftsführer all der anderen Tochtergesellschaften ist, plant in den kommenden Jahren allein in Frankfurt 800 Altenpflegeplätze zu erwerben oder zu errichten. Nachdem die Frankfurter Diakonie-Kliniken durch die Aufklärungsarbeit der Bürgerinitiative für das Altenpflegeheim der Heilandsgemeinde nun mehr über einen angeschlagenen Ruf verfügen und damit niemand in der Öffentlichkeit mehr so richtig durchschaut was aus dem Altenpflegeheim Heilandsgemeinde werden soll und wie die Konzernstrukturen tatsächlich sind, geht das Altenpflegeheim am 01. Juli 2004 erneut in eine „Markus Frankfurter Diakonie gGmbH“ über. Diese ist die frühere Trägergesellschaft des Markus-Krankenhauses in Frankfurt Ginnheim, welches nunmehr teil der Frankfurter Diakonie-Kliniken ist. Auch hier ist Bernd Weber wieder der Geschäftsführer. Die Frankfurter Diakonie-Kliniken sollen von ihrem schlechten Ruf befreit werden. (
Walter Curkovic-Paul )

Wer lesen kann, der lese! Wer verstehen kann, der verstehe!

 

AgaplesionAktiengesellschaft:

Verdeckter Personalabbau, Restriktive Personalpolitik, Gefährliche Pflege!

erstellt von Walter Curkovic-Paul Veröffentlicht am: 12.05.2003

Wie verschiedene Mitarbeiterinnen des Altenpflegeheimes im Sachsenhausener Oberin-Martha-Keller-Haus der Bürgerinitiative seit Anfang Mai mitteilten, betreiben die Frankfurter Diakonie-Kliniken (FDK) jetzt jenen Personal- und Qualitätsabbau, dem der ehemalige Heimleiter Walter Curkovic-Paul sich entgegengesetzt und der für die FDK Anlaß genug zu seiner Entlassung war.

Dem Sozialarbeiter, der für die sozialen Belange, dem zeitaufwendigen Einzelkontakt zu den Bewohnerinnen (Gespräche, Krisenintervention, Freizeitgestaltung, Angehörigenarbeit, Arbeit mit Dementen BewohnerInnen) zuständig ist, wurden allgemeine Verwaltungsaufgaben übertragen, nachdem die bisher hierfür zuständige VerwaltungsmitarbeiterIn in den Ruhestand gegangen ist. Diese Stelle (ursprünglich eine 19,5 Std. Stelle) wird nun eingespart. Der Sozialarbeiter kann seinen eigentlichen Aufgaben somit nicht mehr im notwendigen Umfang und gemäß seiner Stellenbeschreibung nachkommen. Die Sozialarbeiter in Frankfurter Altenpflegeheimen wurden in den achtziger Jahren in einem von der Stadt besonders geförderten Programm zur Entlastung der Krise in der Pflege eingeführt und haben sich für die soziale Betreuung der Bewohner als notwendig erwiesen. Die Kostenträger beabsichtigten und beabsichtigen mit Sicherheit nicht, aus den SozialarbeiterInnen in den Pflegeheimen, Verwaltungsangestellte zu machen. 

Der in Frankfurter Altenheimen als modellhafte geltende Arbeitsbereich der Pflegeassistentin soll aufgelöst werden. In den Krankenhäusern der FDK ist diese Position ein wichtiger Schlüsselbereich. Nicht so im Altenpflegeheim!! Dies ist um so weniger zu verstehen, als daß die Pflegeassistentin im Altenpflegeheim (im Gegensatz zu den Krankenhäusern) keine eigene Stelle ist, sie ist Teil des Pflegestellenplanes. Ihre Aufgabe ist jedoch eine Bündelung von Pflegefremden Verwaltungs- und Organisationsaufgaben (beider Wohnbereiches des Altenpflegeheimes), die den Pflegekräften mehr Freiraum für die direkte Pflege am alten Menschen erlaubt. Dies war ein von Walter Curkovic-Paul über mehr als 10 Jahre sehr erfolgreich eingeführtes Modell, daß für die Bewohner mehr Sicherheit in vielen Bereichen vom externen Arztbesuch, Stationsverwaltung bis Medikamentenbestellung reichte. Diese zeitraubenden pflegefremden Aufgaben, sollen jetzt den Pflegekräften wieder zugeteilt werden, was zu einer erheblichen Mehrbelastung in diesem Bereich führt und der den Pflegenotstand in diesem Haus verschärfen und zu gefährlicher Pflege durch Überforderung der MitarbeiterInnen führen wird.

Pflegepersonal wird zum Getränkeverkauf an die BewohnerInnen mißbraucht. Dies war bislang eine Aufgabe des Service Bereiches. Auch hierdurch wird die Situation in der Pflege erheblich verschärft. Es werden ungarische und rumänische Pflegekräfte ohne deutsche Sprachkenntnisse für 18 Monate eingestellt. Sie sind zunächst für einen längeren Zeitraum nicht in der Lage den Pflegeprozeß durchzuführen oder ihre Pflege zu dokumentieren. Sie verstehen die Bewohner nicht und können auf diese Weise gefährliche Situationen falsch interpretieren. Die Deutschsprachigen MitarbeiterInnen sollen diesen Mangel kompensieren. Dies kann zu erheblichen Kommunikationsfehlern, Pflegefehlern und einer weiteren Überbelastung des Personals insgesamt führen. 

Die für die Speisenverteilung zuständigen Service MitarbeiterInnen (4 Vollzeitstellen), die bislang der Hauswirtschaft zugerechnet wurden, sollen auf den Stellenplan der Pflege gesetzt werden. Dieses hat offensichtlich das Ziel, vakante Stellen in diesem Bereich künftig unbesetzt zu lassen und die weitere Belastung der Pflegekräfte mit der Herstellung und Verteilung von Mahlzeiten. Empört und verängstigt zeigen sich die MitarbeiterInnen über die restriktive Personalpolitik der FDK. Dies führt zu einer breiten Demotiovation unter den MiarbeiterInnen, die im Altenpflegeheim Heilandsgemeinde mit viel Engagement und Einsatzbereitschaft eine stadtweit anerkannte Arbeit geleistet haben. Wie Vertreter der FDK Geschäftsleitung kürzlich erst beklagten, haben eine Reihe von Frankfurter KommunalpolitikerInnen das Oberin-Martha-Keller-Haus (OMK) aufgrund der Öffentlchkeitsarbeit der Bürgerinitiative in Bezug auf die Arbeit im OMK besucht ( diese Besuche seien eine Belastung für die FDK). Auf den flüchtigen Blick hin sind solche Mißstände nicht zu erkennen. Dies mußten viele der Besucher letztendlich eingestehen. Deshalb wird die Bürgerinitiative, die von den FDK ein schlüssiges und menschliches Konzept für den Neubau des Altenpflegeheimes Heilandsgemeinde fordert, hier am Ball bleiben und die Mißstände weiterhin öffentlich machen.

 
 

 

 

 

 

 

 

Agaplesion: Ein Konzern der das Tageslicht scheut

 
erstellt von Walter Curkovic-Paul Veröffentlicht am: 07.05.2003 

Zur Lage:

Vom beliebten Frankfurter Altenpflegeheim Heilandsgemeinde zum "Depot" "Zwischenlager" für pflegebedürftige alte Menschen oder "Billigpflegeanstalt" Oberin-Martha-Keller-Haus, - so oder so ähnlich könnte die Einleitung zur jüngsten Entwicklung eines Teilbereiches der Frankfurter Diakonie-Kliniken unter dem Agaplesion Dach lauten.

Das Altenpflegeheim der evangelischen Heilandsgemeinde in Frankfurt wurde im Jahr 2000 von den Frankfurter Diakonie-Kliniken übernommen und zerschlagen. Inzwischen wurden Bewohner und MitarbeiterInnen in das Altenpflegeheim der Frankfurter Diakonie-Kliniken im Oberin-Martha-Keller-Haus überführt.

Weder mit den BewohnerInnen, noch den MitarbeiterInnen, der Mitarbeitervertretung oder der damaligen Heimleitung wurde diese Überführung in einen völlig neuen Betrieb besprochen.

– Die Heimleitung, die sich gegen die Zerschlagung des Altenpflegeheims wehrte (Walter Curkovic-Paul) wurde entlassen,
– Heimverträge wurde geändert und die BewohnerInnen oder ihren VertreterInnen zur Unterschrift vorgelegt,
– MitarbeiterInnen des Altenpflegeheimes Heilandsgemeinde werden unter Druck gesetzt (mit der Drohung einer Änderungskündigung) und es wird versucht diese in die CSB abzudrängen,
– Verdiente und bereits beim alten Träger Jahrzehntelang beschäftigte MitarbeiterInnen werden demontiert, absichtlich in ein schlechtes Bild gerückt und sollen offensichtlich durch Billigkräfte aus obskuren Tochter- und Subunternehmen ersetzt werden,
– Bewährte Strukturen und Dienstleistungen des Altenpflegeheimes werden mit Krankenhausstrukturen ohne Rücksicht auf den völlig anderen Bedarf eines Altenpflegeheimes mit dem Krankenhausbetrieb der FDK gleichgeschaltet,
– die MitarbeiterInnen wurden über die Konsequenzen dieser Veränderungen nicht gründlich informiert,
– die MitarbeiterInnen-Vertretung des Altenheimes soll aufgelöst werden.


Der evangelische Agaplesion Konzern plant die stationäre Altenpflege in seinem Wirkungsbereich in weiten Teilen zu beherrschen (600 bis 800 Altenpflegeplätze, bei 3000 Plätzen gesamt in Frankfurt). Die alten und pflegebedürftigen Menschen aus den verschiedenen Teilkliniken sollen in den Agaplesion Altenheimen untergebracht werden.

Dies würde das "Aus" für eine Stadtteilorientierte Altenpflege bedeuten.

Reine Geschäftsinteressen stehen im Mittelpunkt des Konzernhandelns, das christliche Menschenbild ist nur noch Makulatur, von Demokratie am Arbeitsplatz ist keine Rede. Der Konzern wird autokratisch geführt, Kritik wird nicht geduldet.

Wer oder was ist Agaplesion?

Vordergründig argumentieren die Konzernmanager auf die großen Widerstände innerhalb der Evangelischen Kirche gegen eine Aktiengesellschaft, mit den neuen Anforderungen auf dem "Markt" die besonders durch das neue DRG " System in Deutschland zu umwälzenden Veränderungen der Krankenhauslandschaft beitragen werden und allgemeiner wirtschaftlicher Folgen hergerufen durch die Globalisierung sowie nationaler und internationaler Kräfte- und Konzernbündelungen auf dem Krankenhaussektor. Man wolle Arbeitsplätze sichern und sich "fit machen" für den immer härter werdenden Konkurrenzkampf.

Die Kirchen stehen hier in einem enormen Spannungsfeld, zwischen glaubhafter Verkündigung der frohen Botschaft von Menschlichkeit und Nächstenliebe und wirtschaftlichen Eigen und Überlebensinteressen. Da müssen sie offenen Auges zusehen, wie ihnen die Fäden aus den Händen gleiten und Konzernmanager das Ruder in die Hand nehmen, für die eben jene "frohe Botschaft" nur noch geduldiges Papier bedeutet, die in Wirklichkeit aber nur einem Interessen hinterherjagen: Expansion und Gewinnoptimierung.

Je größer und vielfältiger diese nun neu entstehenden Krankenhauskonzerne werden - Agaplesion ist nur der Anfang -, um so undurchsichtiger werden sie, wie die nachfolgenden Dokumentation der Gewerkschaft V.erdi deutlich macht.

Die Agaplesion- Aktiengesellschaft Frankfurt am Main

Auszüge einer Veröffentlichung des ver.di- Landesbezirks Hessen Fachbereich 3 ­ Gesundheitswesen, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, 60328 Frankfurt/M.

Nach einer im Jahr 2000 vorgestellten Studie der Unternehmensberatung Arthur Anderson sollen in 10 bis 15 Jahren bundesweit nur noch ca.1.500 Krankenhäuser existieren, die wiederum zu 40 bis 50 Krankenhausketten gehören.

Die größten Chancen, unter den Bedingungen des zukünftigen Krankenhaus»marktes« wirtschaftlich bestehen zu können, werden Häusern gegeben, die sich in Ketten oder Verbünden zusammenschließen und ihre Leistungen gegenseitig aufeinander abstimmen.

Der Marktanteil privater Krankenhausketten wird nach Einschätzung der Studie deutlich ansteigen, während auf der anderen Seite viele örtliche Krankenhäuser den Wettbewerb wirtschaftlich nicht überleben und schließen würden. Auf dieses Szenario stellen sich nun kirchliche Krankenhäuser ein und planen die Gründung des Agaplesion-Konzerns.

Die Agaplesion-Aktiengesellschaft

Die erste gemeinnützige evangelische Aktien-gesellschaft »Agaplesion« wurde im Jahr 2002 gegründet. (Alleiniger Vorstand ist Bernd Weber!!, Anmerkung von W.Curkovic-Paul)

Die Aktien dieser Gesellschaft sind so genannte Namensaktien und werden nicht frei an der Börse gehandelt. Keimzelle der neuen AG sind die »Frankfurter Diakonie-Kliniken« (FDK), zu denen sich im Jahr 1998 die vier Frankfurter Krankenhäuser

– St. Markus-Krankenhaus,
– die Bethanien-Krankenhäuser Prüfling und Mühlberg,
– das Diakonissen-Krankenhaus
– und später das Altenpflegeheim Heilandsgemeinde

zusammengeschlossen haben.

Im Jahre 1998 hatten die Frankfurter Diakonie-Kliniken rund

– 2.000 MitarbeiterInnen
– mit 1.057 Betten und einem
– jährlichen Umsatzvolumen von rund 180 Millionen DM.

Direktor und Geschäftsführer der Frankfurter Diakonie-Kliniken gGmbH ist Bernd Weber.

In der Agaplesion-AG sollen das wirtschaftlich angeschlagene

– Krankenhaus Elisabethenstift in Darmstadt (Aufsichtsratsvorsitzender: Bernd Weber)
– und das Bethanien-Krankenhaus in Heidelberg (Geschäftsführer:Bernd Weber)

mit den FDK zusammengeschlossen werden.

– Zwischen der Klinik Elgershausen

und den FDK wurde bereits ein Betriebsführungsvertrag abgeschlossen, mit anderen Einrichtungen laufen Gespräche.

Ziel ist außerdem, in der Agaplesion-AG

– 600 bis 800 Altenpflegeplätze anzubieten.

Die AG soll einen Marktwert von über 200 Millionen DM haben.

Im Hintergrund stehen weitere Bethanien-Einrichtungen

der Evangelisch-methodistischen Kirche mit einem geschätzten

– Vermögen von 400 Millionen DM u.a. in Hamburg, Berlin und Chemnitz.

CSB-GmbH zahlt Niedriglöhne

Ein schwerwiegender Eingriff in die bestehenden Strukturen war bereits die Gründung der CSB( Clinic-Service Betriebe), einer privaten GmbH im Besitz der FDK, die umfangreiche Service-Dienstleistungen für die Frankfurter Diakonie-Kliniken abdeckt. Ähnliche Gesellschaften gibt es auch am Krankenhaus Elisabethenstift in Darmstadt.

Die CSB beschäftigt in Frankfurt weit

– über hundert MitarbeiterInnen.

In diesem Bereich gilt kein Tarifvertrag, auch gibt es bisher keinen Betriebsrat. In den Servicegesellschaften gibt es eine Masse an Niedriglöhnen und einige wenige Spitzenverdiener über BAT-Niveau. Seit Gründung der CSB kann von einer Gemeinschaft, geschweige denn von einer Dienstgemeinschaft in den FDK keine Redemehr sein.

Mitarbeiter mit verschiedenen Arbeitgebern und unterschiedlichen Tarifen arbeiten nebeneinander, Betriebseinheiten werden zerstört: Ganze Bereiche oder Teilbereiche der Reinigung, Essensversorgung, Labor, Technik, Medizintechnik, Transport, Logis-tik, EDV, Sicherheit und Wachdienst sind ausgegliedert, in weiteren Bereichen werden einzelne Stellen oder auch Schlüsselpositionen in den FDK durch CSB ersetzt.

Trotz kirchlich-diakonischer Trägerschaft verhält sich die CSB keinen Deut gerechter als private, am Profit orientierte Serviceunternehmen: Insbesondere Frauen ohne Berufsausbildung werden zu Löhnen beschäftigt, von denen keine Familie mehr zu ernähren ist.

Kirchliche Sonderrechte gegen Beschäftigteninteressen

Aber muss sich denn nicht unter den aktuellen Rahmenbedingungen unseres Gesundheitswesens eine kirchliche Einrichtung genauso verhalten wie ein privates Unternehmen, um überleben zu können?

Eben. Nur gibt es dann auch keine Begründung mehr für die Inanspruchnahme der kirchlichen Schutzrechte aus der deutschen Verfassung.

Einmalig in Europa wird den deutschen Kirchen nämlich das Sonderrecht eingeräumt ,innerhalb der Schranken der bestehenden Gesetze ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Die deutschen Gesetzgeber haben in der Vergangenheit soviel Rücksicht auf die Privilegien der Kirche (und auch der Diakonie) genommen, dass dies für die diakonischen MitarbeiterInnen in der Praxis heißt: Das Betriebsverfassungsgesetz wie das Mitbestimmungsgesetz sind nicht auf kirchlich/diakonische Einrichtungen anzuwenden, statt dessen gelten kirchen eigene Regelungen mit deutlich einge-schränkten Arbeitnehmerrechten.

Konkret heißt das für Agaplesion:

keine Beteiligung der ArbeitnehmerInnen im Aufsichtsrat, kein Wirtschaftsausschuss. Das Kirchenrecht kennt keine Konzerne, darum gibt es auch keine Mitarbeitervertretungen auf Konzernebene. Noch immer weigert sich die Kirche, die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten in Tarifverträgen mit der Gewerkschaft ver.di frei zu regeln.

Das bedeutet für Agaplesion:

Über die Arbeitsbedingungen entscheidet letztlich der Arbeitgeber allein. Entstehen große Sozialkonzerne aus kirchlichen Strukturen heraus und entwickeln sich diese in einem unternehmensmitbestimmungsfreien Raum, führt das fast zwangsläufig zu intransparenten und unkontrollierbaren Strukturen, die autoritär von einzelnen Personen geführt werden und an diesen ausgerichtet sind.

Mangelnde Aufsicht durch die Gremien und Undurchschaubarkeit der Strukturen der verschiedensten Verschachtelungen bedeuten eine große Gefahr. Warnende Beispiele und sogar Millionenpleiten gab es in der Vergangenheit im kirchlichen Bereich genug:

– CTT in Trier, Deutscher Orden in Bayern, Pro-Service beim DWHN.

Eine Kooperation von Krankenhäusern und einer mit ihnen verbundenen nachstationären Betreuung einschließlich der stationären Altenpflege kann zumindest auf regionaler Ebene eine sinnvolle Lösung sein.

Anmerkung: Grundsätzlich ist diese Aussage von V.erdi richtig. Kooperationen wäre hier das Stichwort, nicht feindliche Übernahme, wie im Falle des Altenpflegeheimes Heilandsgemeinde und anderer Einrichtungen, die dann nur noch als "Depot" und "Zwischenlager" oder "Billigpflegeanstalt" mißbraucht werden. (Curkovic-Paul)

Doch nachdenklich und beinahe gefährlich stimmen die Expansionsbestrebungen der Agaplesion-AG und die unübersichtlichen und unkontrollierten vielseitigen Verstrickungen einiger Einrichtungen und ganz weniger Personen.

Die Agaplesion-AG ist eindeutig auf weitere Zentralisierung und auf Expansion über die Hessen-Nassauschen Grenzen angelegt. Daher wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis das Thema eines gesonderten Arbeitsrechtes oder eine Anpassung an das abgesenkte Niveau der AVR von den Arbeitgebern aufgebracht wird, um »am Markt wettbewerbsfähig«zu bleiben.

 

Darum sind die Forderungen nach einem rechtsverbindlichen Tarifvertrag und nach einer Reform der Mitarbeitervertretungsordnung bzw. des Mitarbeitervertretungsgesetzes für die Beschäftigten der zukünftigen Aktiengesellschaft jetzt von konkreter Bedeutung. Darum fordern wir:

Sicherung der Arbeitsplätze und Einkommensbedingungen durch ordentliche, mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossene Tarifverträge! VertreterInnen der Mitarbeiter müssen wie in privaten Unternehmen auch im Aufsichtsrat vertreten sein, um bei wichtigen Unternehmensentscheidungen die Interessen der Beschäftigten einbringen zu können.

Wie in privaten Unternehmen müssen Mitarbeitervertretungen Wirtschaftsausschüsse bilden können, die über die aktuellen Wirtschaftsdaten des Unternehmens informiert werden.

Eine Veröffentlichung des ver.di- Landesbezirks Hessen Fachbereich 3 ­ Gesundheitswesen, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, 60328 Frankfurt/M. Fon 069-66951322, eMail georg.schulze-ziehaus@verdi.de Verantwortlich: Georg Schulze-Ziehaus Gestaltung: freeStyle grafik, Hannover Druck: unidruck, Hannover gedruckt auf 100% RecyclingpapierAgaplesion: Evangelische Aktien-gesellschaft ohne Arbeitnehmerrechte?

Resümee

Die Kirchen müssen sich fragen und fragen lassen ob sie mit ihrer Billigung derartiger Konzernstrukturen ihrem Auftrag noch gerecht werden. Die Städte und Kommunen müssen sich fragen und fragen lassen, ob solche Zerschlagungstendenzen den Pflegeinfrastruktur hinnehmen wollen.

Ob ein kirchlicher Konzern der das Tageslicht (die Öffentlichkeit) scheut wie der Teufel das Weihwasser, mit derart undurchsichtigen Strukturen und Geldmitteln überleben kann, der alles tut um seine MitarbeiterInnen zu demotivieren in dem er unmenschlich mit vielen Einzelschicksalen von MitarbeiterInnen mal eben so hantiert, ihnen die Existenzgrundlage skrupellos entzieht, der in seinen inneren Strukturen statt Demokratie Autokratie und Alleinherrschaft weniger Personen (in diesem Fall eines einziges und weit überschätzten Mannes) ausübt, ist fraglich.

Vom Konzernchef ernannte "Operettengeschäftsführer" sind für die Grob- und Schmuddelarbeit zuständig, setzen sich ihrem Herrn gehorsam seinen ständigen Postencharaden aus und nicken versorgt mit für jeden individuell dosiertem Halbwissen in den sogenannten Gesamtleitungskonferenzen die Weber"schen Pläne ab.

Aus dieser Führungsstruktur heraus wächst wenig Kraft für die notwendigen Reformen zu denen das Krankenhauswesen in den kommenden Jahren staatlicherseits gezwungen ist.

Hinzu kommt, daß ein unüberschaubares Chaos in der Verpflegungsstruktur zu großem Unmut bei den PatientInnen, BewohnerInnen, BesucherInnen und MitarbeiterInnen führt, ein neueingeführtes Konzernweites Logistsystem nicht funktioniert, im Zeitalter der Information an der Öffentlichkeitsarbeit gespart wird usw. Da könnte der Kollaps des Ganzen nicht fern sein.

Diese Form von Nächstenliebe = Agaplesion tut der Kirche und den beteiligten Menschen und der Gesellschaft insgesamt sicher nicht gut.

  Bernd Weber, Heuschrecke im Gesundheitswesen
 

Im Gesundheitsbereich darf es keine Großkonzerne geben

 
erstellt von Walter Curkovic-Paul Veröffentlicht am: 24.02.2004

Die Menschlichkeit und fachliche Qualität bleibt zugunsten der Konzerninteressen auf der Strecke. Schon die Gründung der AGAPLESION, erste gemeinnützige Aktiengesellschaft der evangelischen Kirche, hat vielen führenden Protestanten und einfachen Menschen aus dem Kirchenvolk erhebliche Bauchschmerzen verursacht.<p>

Begründet werden diese Kartellbestrebungen von dem damaligen Hessischen Sozialminister Armin Clauss, der gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Agaplesion ist und dem alleinigen Vorstand der „nochnicht“-börsenotierten Aktiengesellschaft Bernd Weber, mit der Globalisierung auch im Gesundheitswesen, dass es in den kommenden Jahrzehnten nur noch wenige große Gesundheitskonzerne in Deutschland geben werde und die Kirche hier einer der Mitspieler um den Milliarden-Kuchen sein muß.

Es gelte - und da horche man auf - „das christliche Menschenbild in unserem Gesundheitssystem zu verteidigen“, sozusagen den biblischen Auftrag Kranke zu betreuen, ihnen Essen und Trinken zu geben angesichts der privaten wirtschaftlichen Konkurrenz zu kommerzialisieren.

Was in der Industrie seit Jahrzehnten im Produktionsprozeß erfolgreich geschieht (wenn auch zu Lasten der Arbeitnehmer, steigende Arbeitslosigkeit und keine Konzept dagegen), die technische Rationalisierung, soll nun auch per DIN ISO Normen auf die Krankenhaus- und Pflegebetriebe übertragen werden.

Vergessen wird dabei von jenen Schreibtischstrategen in den Wohlfahrtsverbänden, den Kranken- und Pflegekassen, der Politik und Managern Geschäftsführeretagen der „Krankheitskonzerne“, dass die ärztliche Profession und die pflegerische Kernkompetenz in der Ganzheitlichen Behandlung des Kranken Menschen liegt und immer menschliche Beziehungsnähe erfordert.

Durchaus sind diese hohen Ideale in den Leitlinien und in den Pflegekonzepten der Frankfurter Diakonie-Kliniken (FDK) und AGAPLESION z.B. nachzulesen. Von einem Redaktionsteam ausgearbeitet und in einer einzigen Sitzung des FDK Leitungsgremiums unter Vorsitz und Regie von Bernd Weber schließlich durchgepeitscht wurde diese Prosa den MitarbeiterInnen ohne Diskussion als verbindliche Handlungsrichtlinie verordnet bei gleichzeitigem restriktivem Personal- und Motivationsabbau.

Überlastung des medizinischen und des pflegerischen Personals das berühmte „burn out-Syndrom“ sind die Folge. Aus Angst vor der eigenen Courage und möglichen Restriktionen durch die Konzernleitung – in diesem Fall durch den Konzernchef der alle Fäden in den Händen hält, ist selbst bei den Leitenden kaum noch Mut zur Eigenverantwortung vorhanden. Je größer der Konzern, umso größer ist hier die Versagensangst oder die um den eigenen Arbeitsplatz.

Da werden Diagnosen von Patienten verwechselt, da werden falsche Medikamente verteilt, da wird falsches Essen ausgegeben, da schieben Mitarbeiter wochenlang hintereinander Wochenenddienste und bleiben auf den Stationen unterbesetzt. Da werden Mitarbeiter, die Jahrzehnte lang loyal und mit viel Motivation ihren Dienst mit hohen Idealen geleistet haben, einfach abserviert, weil die jungen billiger und manipulierbarer sind.

Da werden mit öffentlichen Geldern in den einzelnen Kliniken dieses Großkonzerns teure Neu- und Umbauten finanziert, um diese Einrichtungen nach wenigen Jahren aufzugeben, viele der MitarbeiterInnen zu entlassen um die auf staatliche Kosten sanierten Gebäude anderen lukrativen Zwecken zuzuführen.

Da macht sich gerade der evangelische AGAPLESION Konzern zum willigen Helfer, wie die Frankfurter Rundschau schrieb, Suneya Ayari trotz attestierter Suizidgefahr vom BGS aus dem Krankenbett abführen zu lassen und gewaltsam in ihre Heimat abzuschieben. Und gerade das AGAPLESION-Markus-Krankenhaus hat in dieser Richtung im Laufe seiner Geschichte so manches zu verbuchen, offensichtlich aber ohne Konsequenzen daraus zu ziehen.

Der Künstler und Autor Hartmut Barth-Engelbart schrieb mir dazu unlängst: „Ich habe mit dem Markus-Krankenhaus schon vor 35 Jahren ähnliche Erfahrungen machen dürfen: nachdem mich ein Polizist im Februar 1968 vom Vordach des ehemaligen Zürichhochhauses am Opernplatz geworfen und ich vom 18.K eskortiert mit beiderseits zertrümmerten Fußgelenken noch nicht ganz aus dem Koma erwacht ins Markus-Krankenhaus eingeliefert wurde, haben mich zwei werte Kollegen von der politischen Polizei bis kurz vor die OP-Türe verhört -(ich lag bereits in Fast-Narkose ), erst dann hat ein Arzt den Polizisten den Zugang zur OP verwehrt, das habe ich im Halbschlaf noch mitgekriegt. Sofort nach der Operation war ich wieder umgeben vom damaligen 18. Kommissariat. Unter der Anleitung des Hauptkommissars Vogel wurde ich, noch kaum aus der Narkose erwacht, bereits mit Strafandrohungen von mehreren Jahren Gefängnis zu Aussagen über "Rädelsführer", "Hintermänner" usw. erpresst. Meine Bitte an die Verantwortlichen im Markus-Krankenhaus, mich von dieser Psychofolter zu befreien, blieb unerhört. Erst als es mir gelang eine Schwesternschülerin darum zu bitten den RA. Raabe anzurufen, hat sich dann der RA Armin Golzem darum gekümmert, dass ich nicht mehr weiter so behandelt werde und die Polizisten abgezogen wurden. Ich bin heute noch wegen dieser Ereignisse traumatisiert ( wobei die dann folgende (Rache-)Behandlung durch die Frankfurter Polizei weitere Traumata und Schädelbrüche geliefert hat) Leider oder glücklicherweise alles schon verjährt und die Täter nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen.“

Und in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft spielte das Markus-Krankenhaus auch keine rühmliche Rolle was Menschrechte und Ethik betrifft. Immerhin wurde der damalige Chefarzt Dr. Otto Loewe, jüdischer Herkunft vom damaligen christlichen Träger und den leitenden MitarbeiterInnen im Stich gelassen und anschließend schutzlos von Nazi-Schergen ermordet. Natürlich ist das Geschichte! Aber angesichts der Menschrechtsprobleme, die wir durch den vermeintlichen Kostendruck in unserem Gesundheitswesen erdulden sollen (siehe auch Bericht der Frankfurter Rundschau vom 23. Februar 2004, „Pflege nimmt auf Alte wenig Rücksicht“ von Anne Lorenc), darf eben dieses nicht immer wieder passieren. Und es passiert doch, denn gerade heute wieder ist die Würde der Alten und der Kranken antastbar geworden.

So stellt sich in der Tat für Kirche und gleichzeitig für alle anderen Wohlfahrtsverbände und ihre Sozialwerke die Frage, ob sie sich solche Konzerne leisten können, deren Strukturen und rein marktwirtschaftliches Handeln all ihren Sonntagspredigten eklatant zuwider sprechen.

Es sind auch keine Zukunftsmodelle, die hier konstruiert werden. Es ist wohl ein großer Irrtum, geboren aus dem Moment eines unheilvollen orientierungslosen Zeitgeistes, für den Gewinnoptimierung an die Stelle von gesellschaftlichem Fortschritt vorgestoßen ist.

Ihnen geht es nicht um „fit machen für die Zukunft“ wie sie es gerne propagieren, ihnen geht es um Macht und Marktanteile! Und das ist etwas vollkommen anderes.

Menschlichkeit, Nächstenliebe, Solidarität, soziales Engagement, bedeutet für die Bosse auch der Wohlfahrtskonzerne nur noch unnötige Kosten, ja belächelte Sozialromantik. Aber ohne diese Werte und ihre tatsächliche Umsetzung in den sozialen, medizinischen und pflegerischen Einrichtungen wird es keinen Fortschritt geben. Diese Werte sind nur in überschaubaren Betrieben umsetzbar, in Betrieben die von ihren MitarbeiterInnen mit großer Motivation und Identifikation getragen werden. Fragt sie doch (anonym natürlich!), die MitarbeiterInnen im Markus-Krankenhaus, im Bethanien-Krankenhaus, im Diakonissen-Krankenhaus, im Mühlberg-Krankenhaus, im Oberin- Martha-Keller-Keller-Haus und in der Elisabethenstiftung in Darmstadt, was ihnen AGAPLESION bedeutet?

Die eingesetzte Untersuchungskommission durch das Diakonische Werk in Hessen und Nassau um den Fall Ayari unter Vorsitz von Gehard Bökel hätte die Chance sich hierüber nützliche und zukunftsweisende Gedanken zu machen. Eine Auflösung von AGAPLESION und der bislang unheilvollen Krankenhauskonstruktion „Frankfurter Diakonie-Kliniken“ wäre zukunftsweisend.

Wir unten an der Basis, die wir Kirchenvolk, Patienten oder Mitarbeiter sind, sollten das ohne Ängste fordern und an Alternativen zu den geschmacklosen Fertiggerichten aus der Tiefkühltruhe des Markus-Krankenhauses arbeiten.

Walter Curkovic-Paul

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